Drei Regler kurz vor dem Brexit

Nein, ich habe mich nicht verschrieben. Heute sind meine drei neuen Pistolen-Regler eingetroffen.

Es handelt sich dabei um digitale Regler der Firma Truspeed aus England. Die sind mit dem Carrera-Digitalsystem kompatibel und mittlerweile in der Version VI auf dem Markt. Die Version VI ist in zwei Varianten erhältlich, nämlich mit und ohne Bremse. Ich habe mich für das letztere Modell entschieden, da ich keine besondere Verwendung für diesen zusätzlichen Bremsknopf habe. Darüber hinaus liegt der Drucktaster direkt über dem Spurwechseltaster, was gegebenenfalls zu Verwechselungen führen kann.

Zugegeben, ich hatte bis jetzt neben dem Original-Daumenregler keine größeren Vergleichsmöglichkeiten, so dass ich mich in diesem Fall für die günstigste Variante entschieden habe. Der Preis von ca. 56€ incl. Fracht war schon recht verlockend. Neben dem Anschlusskabel ist dem Regler noch ein längerer Trigger beigelegt, mit dem man den kleineren, standardmäßig verbauten Hebel mühelos und ohne Werkzeug austauschen kann. Das abgebildete Spiralkabel ist 4 Meter lang und habe ich separat in der slotcarfactory erworben.

Den Regler habe ich heute auch schon kurz testen können. Er liegt gut in der Hand und ist mit dem längeren Trigger für mich auch leicht dosierbar. Lediglich das Ansprechverhalten könnte meines Erachtens etwas stärker sein. Für meine D124-Slotcars musste ich den dafür angedachten Drehknopf auf der Oberseite des Gehäuses auf die Maximalstellung drehen, was in diesem Fall so gerade noch ausreichend war. Der Weichentaster liegt auf der Rückseite des Gehäuses, ist gut erreichbar und hat während des Tests all das gemacht, was er soll, nämlich die Weiche auslösen.

Mir gefällt der Regler. Das etwas schwache Ansprechverhalten ist zu verkraften. Insbesondere auch deswegen, weil die drei Regler bei mir an der Bahn von allen Mitstreitern genutzt werden und niemand mit einem anderen Modell unterwegs ist.

Die Krake – Eine duale Umschaltbox

Da ich kein filigraner Lötexperte bin, habe ich davon abgesehen, eine entsprechende Umschalt-Vorrichtung direkt an der Control-Unit anzubringen. Stattdessen habe ich mich entschieden, die Vorrichtung, mit der man zwischen Digital- und Analogbetrieb umschalten kann, in einer etwas stabileren Verteilerdose unterzubringen. Da mir dadurch natürlich auch mehr Platz zur Verfügung steht, kann diese Vorrichtung dann auch etwas mehr: So brauche ich wirklich nur noch den Schalter umzulegen, um das jeweilige System in Betrieb zu nehmen. Ein Umstöpseln der Stromquellen ist nicht notwendig.

 

Anschlussübersicht

 

Im Gegensatz zum Analogbetrieb, liegt der Pluspol beim Digitalsystem auf der linken Seite. Um beide Systeme in gleicher Fahrtrichtung zu betreiben, müssen die Pole am Schalter für analog und digital also seitenverkehrt zueinander angelötet werden. Darüber hinaus werden die beiden Slots im Digitalbetrieb systembedingt natürlich  nicht getrennt. Die beiden Plus- und Minuspole müssen daher jeweils miteinander verbunden werden (Schwarz an Schwarz und Rot an Rot!). Auf das Arduino Zeitmessungs- und Stromabschaltsystem gehe ich in einem anderen Beitrag ein.

Wichtiger Hinweis: Die Arbeit an elektrischen Geräten/Systemen ist gefährlich. Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der von mir erstellten Dokus oder den Folgen, die sich durch den Nachbau dieser ergeben können.

Kleine Bauanleitung:

Wie schon erwähnt, habe ich für meine Umschaltbox eine handelsübliche Verteilerdose mit verschraubtem Gehäusedeckel gekauft. Auf den Deckel habe ich, entsprechend der obigen Grafik, die einzelnen 4mm-Buchsen angezeichnet und im Anschluss die dafür notwendigen Löcher im Durchschnitt der Metallgewinde gebohrt. Das mittlere Loch ist für den Schalter vorgesehen.

 

Bohrungen

 

Danach habe ich ein ungefähres Maß für die Kabellängen ermittelt, so dass sie von der Mitte des Deckels zum weitest entfernten Loch reichen. Dabei sollte man unbedingt einen Überschuss dazurechnen, da die Buchsen aufgerichtet werden müssen, um sie in die Bohrung einzuführen. Ich habe 0,75mm starkes Lautsprecherkabel verwendet. Die auf Maß geschnittenen Kabel habe ich jeweils an eine Buchse und einem Pol des Schalters angelötet.

 

Die Krake – Lötarbeiten am 12-poligen Schalter

 

Die „Krake“ habe ich dann mit dem Gehäusedeckel verheiratet, die Plastikhülsen wieder auf die Buchsen gedreht und auf der anderen Seite mit den dazu vorgesehenen Muttern befestigt. Dabei ist schon ein wenig Konzentration notwendig. Ein Anschlussplan und verschiedenfarbige Kabel helfen dabei, einen Kurzschluss zu vermeiden…..

 

„Krakenheirat“

 

Wie man am obigen Bild erkenn kann, hätte ich fast verschwiegen, dass nicht nur die „Krake in der Box lebt“ sondern ja auch noch eine Verbindung zwischen Netzteil-Eingang und Digital-Out /Anlog-Out hergestellt werden muss. Ja, beide System werden also gleichzeitig mit Energie versorgt! Aber keine Angst, die Wiedereinspeisung erfolgt ja über den Schalter, so dass beide Welten nie auf einander prallen können. Im Zweifelsfall würde also ein System nur unnötig Strom verbrauchen, was aber systembedingt eigentlich auch nicht vorkommen kann.

Jetzt nur noch den Deckel auf das Gehäuse schrauben…….

 

 

Fertige Dose

 

…und alles schön beschriften!

 

Beschriftung

 

Noch ein letzter Tipp: Wie man an der Schalterbeschriftung erahnen kann, funktioniert mein Schalter anders, als zumindest  ich es erwartet hätte. Um die auf dem Bild befindliche rechte Seite (A-IN R…) frei zu schalten, muss der Schalter nach links gelegt werden!