Los geht’s! – Die Unterkonstruktion

Bevor es überhaupt an den eigentlichen Bahnbau gehen kann, muss eine geeignete Unterkonstruktion hergestellt werden. Denn diese unterscheidet den ambitionierten Slotter vom „Teppichrutscher“!

Beim Bau meiner Unterkonstruktion habe ich zwei Prämissen verfolgt: Zum einen soll die komplette Bahn ja relativ einfach und zügig zu (de-)montieren sein. Das habe ich natürlich auch hier berücksichtigt. Zum anderen sollten die einzelnen Teile auch möglichst leicht von einer einzelnen Person zu tragen sein. Ich habe mich deshalb für 6mm Pappelsperrholz entschieden und die einzelnen Elemente mit einer maximalen Größe von 1,1 x 2 Metern konzipiert. Pappelsperrholz war für mich der beste Kompromiss, was Gewicht und Preis anbetrifft. Trotzdem muss ich zugeben, dass der Bau der Unterkonstruktion  schon relativ kostspielig geworden ist. Bei einem wirklichen Festaufbau hätte ich von daher einen günstigeren Baustoff gewählt. Als Bauzeit des nackten Unterbaus haben sich ca. 15 Stunden angesammelt, aber nun bin ich jetzt auch nicht der geborene Handwerker und zudem herrschten während der Bauphase tropenartige Temperaturverhältnisse…..

 

Unterbau – Maße und Aufteilung

 

In der Folge beschreibe ich den Zusammenbau einer der vier Grundplatten. Eigentlich sind es ja sechs, aber die zwei kleinen habe ich nicht mitgezählt. Dabei habe ich direkt ein paar Tipps parat, die es zu beachten gilt.

  1. Alle Schraubenlöcher vorbohren. Sonst gibt’s Risse.
  2. Alle Schrauben versenken. Ich habe dafür einen Steinbohrer mit einem größeren Durchmesser als dem der Schraube verwendet. Sieht zwar nicht schön aus, aber erfüllt seinen Zweck.
  3. Massenware! Jeweils zwei der vier Elemente haben die gleiche Größe. Um Zeit zu sparen bietet es sich an, zumindest alle Zwischenstreben und Eckverstärker in einem Arbeitsgang zu erstellen. Ich habe das beim Bau des jeweils ersten Elements gemacht und habe dabei dann alle Werkstückmaße kontrollieren können.
  4. Gutes Werkzeug spart Zeit und Nerven. Zumindest eine Gehrungssäge und ein Akkuschrauber sollten vorhanden sein.
  5. Beim Kauf der Holzlatten auf möglichst gerade Exemplare achten.

So jetzt geht’s aber los.

Zu Beginn habe ich die Platte auf der Längsseite mit den Latten verbunden, die übrigens 24 x 44 mm stark sind. Wegen der besseren Tragfähigkeit habe ich dies hochkant verbaut.

 

Unterbau-Aussenlattung

 

Die Verschraubung erfolgt natürlich von oben. Aber Achtung, hier habe ich tatsächlich einen Fehler dokumentiert: Es empfiehlt sich, die Verbindung zuerst nur mittels der vier Außenschrauben zu erstellen. Dabei aber bitte beim Umdrehen der Platte mit Sorgfalt vorgehen. Hintergrund: Die zwei Meter langen Holzlatten sind auch bei achtsamer Auswahl nicht unbedingt hundertprozentig gerade. Wenn man anschließend die maßgenauen Zwischenlatten einbringt, ziehen sich die Außenlatten beim Verschrauben an die Zwischenstreben und begradigen sich somit größtenteils. Nachtrag: Nachdem nun die ganze Unterkonstruktion fertig ist, kann ich diesen Punkt nur nochmal unterstreichen. Wenn es sonst auch nicht auf einen Millimeter ankommt, aber hier sollte man wirklich möglichst genau arbeiten. Beim Verbinden der vier großen Platten hatte ich an einer Stelle schon arge Probleme…. Klar, wird das durch den darüber liegenden Teppich kaschiert, aber die auftretende Spannung wird beim erneuten Zusammenbau garantiert stören….

 

Unterbau-Aussenrand

 

Im Anschluss werden die Zwischenstreben montiert. Dabei habe ich einen Abstand von 50cm gewählt. Dieser reicht bei einer Plattenstärke von 6 Millimetern aus, ein Absenken der Platte zu verhindern und auch einem gewissen Druck standzuhalten.

 

Unterbau-Zwischenlattung

 

Einen genaueren Blick möchte ich auf eine der Außenseiten werfen. Dort habe ich zwei Regleranschlüsse vorgesehen  und deshalb schon mal die Löcher gebohrt. Und da ich mir noch nicht sicher bin, wo die Fahrer an der Platte stehen werden, habe ich jeweils zwei Anschlüsse für alle Platten vorgesehen.

 

Unterbau-Vorabeiten

 

Damit die Löcher eine einheitliche Tiefe erhalten, die das Versenken einer 4mm – Buchse erlaubt, kam eine Standbohrmaschine zum Einsatz.

 

Unterbau-Bohrung

 

Im Zentrum der so entstandenen Vertiefung habe ich dann noch eine weitere Bohrung in einem Durchmesser erstellt, der dem Gewinde auf der Rückseite der 4mm-Buchse entspricht. Es muss auf jeden Fall noch ein Wulst erhalten bleiben, der das Durchrutschen der Buchse verhindert. An die Rückseite der Buchsen wird dann später jeweils ein Kabel von mindesten 10 cm Länge gelötet. Das hat den Vorteil, das ich den Anfang des Kabels durch die Bohrung führen kann, so dass es auf der Rückseite zu fassen ist, die Buchse aber noch ein gutes Stück vom Aufnahme-Loch entfernt ist. So habe ich dann die Möglichkeit, das Aufnahme-Loch mit Heißkleber zu füllen und anschließend die Buchse in die Aufnahme zu ziehen. Vor dem Verfüllen des Klebers, sollte das Einziehen als Trockenübung erfolgen, um zu testen, ob das Buchsen-Gewinde auch durch das mittlere Loch passt. Ansonsten muss halt nachgefeilt werden…..

 

Unterbau-Bahnanschluss

Die ecken werden nochmal extra verstärkt. Auf das so entstehende Dreieck werden noch später die Grundplatten der Tischbeine montiert.

 

Unterbau-Eckverstärkung

Im Anschluss wird die Platte nochmal umgedreht und entlang der Flucht aller Latten mit Schrauben befestigt. Ich habe dafür einen Abstand von 20 cm gewählt.

 

Unterbau-Verschraubung

Jetzt ist Platte an sich schon recht stabil. Den letzten Halt bekommt sie dadurch, dass ich alle Platten zweifach miteinander verschraube und außen herum noch mit einer Bande versehe. Diese hat natürlich in erster Linie den Zweck, die verunglückten Autos vor einem tiefen Sturz zu bewahren.

Als letzten Arbeitsschritt an der Einzelplatte werden  noch die Grundplatten für die Tischbeine angebracht. Die gibt es übrigens für einen sehr günstigen Preis bei einem schwedischen Möbelhaus.

 

Unterbau-Stützenaufnahme

Damit die zwei Meter lange Platte nach einiger Zeit nicht durchhängt, habe ich auch in der Mitte Stützen vorgesehen. Aus Kostengründen beschränke ich mich aber auf eine Stütze für jeweils zwei Platten. Ok, hätte ich mit den anderen Stützen machen können, aber dann wäre jede Platte für sich alleine nicht standfähig gewesen, was beim Auf- und Abbau schonmal hinderlich sein könnte.

 

Unterbau-Stützenüberstand

So, jetzt nur noch die Stützen anschrauben und fertig ist die. Einzelplatte.

 

Unterbau-Stützen

Bei den zwei kleineren Platten musste ich ein wenig improvisieren, da das Dreieck kein übliches „Gehrungsmaß“ aufweist. Dabei kam mir meine elektrische  Gehrungssäge zu Gute, die man glücklicherweise „frei“ einstellen kann. Wer aber, wie ich, seinen Winkelmesser gerade mal wieder verlegt hat, der muss sich halt rantasten….

 

Dei beiden kleinen Platten habe ich miteinander verschraubt. So habe ich übrigens auch später die Hauptplatten miteinander verbunden, um die Stabilität des Gesamtkonstruktes zu erhöhen.

 

Und da ich auch an dieser Stelle ein wenig Einsparpotential gesehen habe, wurden nur zwei Stützen angebracht und die Platten an der anderen Seite mit den jeweiligen Hauptplatten verschraubt. Dafür habe ich zuvor ein kleine Auflagefläche geschaffen.

 

So sieht der komplette Unterbau aus….

 

Um die Lautstärke ein wenig abzudämmen, habe ich noch einen billigen Teppich aus dem Baumarkt aufgelegt.

 

 

In unserem Baumarkt ist der Zuschnitt nicht so genau, worauf das Personal aber auch fairerweise hingewiesen hat. Also musste ich den Teppich selbst auf Maß kürzen. Im Nachhinein empfehle ich in so einem Fall, ein mit einigen Zentimetern deutlich größeres Maß zu wählen. So kann man mit einem scharfen Teppichmesser einfach entlang der Kante schneiden und den überschüssigen Teppich dabei wegziehen. Ich hatte auf einer Seite nur wenige mm und das war sehr „fummelig“. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber was soll‘s!?

 

Hauptsache fertig!